Auf dieser Seite möchten wir Ihnen das Islandpferd vorstellen. Sie
mögen sich vielleicht fragen, weshalb wir es Pferd nennen und nicht etwa
Pony oder Kleinpferd. Die Antwort ist einfach: In Island findet sich nur diese
eine Pferderasse, andere Pferde hat es hier nie gegeben.
Schon bald nach der Besiedelung Islands im 9.Jahrhundert wurde ein allgemeines
Einfuhrverbot für Haustiere erlassen, um die Einschleppung von Seuchen zu
verhindern. Seit rund 1000 Jahren wird diese Rasse somit ohne Fremdeinkreuzung
gezüchtet. Vergleichbares gibt es nur beim arabischen Vollblut.
Das Islandpferd gilt als direkter Nachkomme des germanischen Pferdes aus dem
Mittelalter. Dieses leistungsstarke ausdauernde und genügsame Pferd, das
seit je und in erster Linie für erwachsene Reiter gezüchtet wird,
ermöglichte es den Isländern in dem weglosen Land zu reisen, Waren zu
transportieren und jährlich von überall her zum Althing zu reiten.
Ohne dieses Pferd wäre die Gründung einer Bauerndemokratie im
damaligen Island undenkbar gewesen. Vom 9. bis ins 20.Jahrhundert war das Pferd
für die Isländer unentbehrlich. Heute ist es für uns Kamerad in
der Freizeit und unterdessen auch für viele Pferdefreunde im Ausland DAS
PFERD schlechthin.
Unser Pferd ist kleiner als das kontinentale Reitpferd. Dies vergisst aber
auch der anspruchsvollste Reiter, sobald er sich auf dem Rücken eines
temperamentvollen Islandpferdes befindet und in geschmeidigem Tölt
über Islands Weiten reitet.
Das Islandpferd ist ein sogenanntes Gangpferd im Unterschied zu Springpferd,
Dressurpferd, Rennpferd, Quarterhorse usw.
Ein Gangpferd besitzt zusätzlich zu Schritt, Trab und Galopp noch die
Gangart Tölt, dann nennt man es Viergänger. Der Fünfgänger
verfügt ausserdem noch über den Rennpass.
Diese zusätzlichen Gangarten sind nicht etwa anerzogen, sondern genetisch
fixiert, angeboren. Sie werden durch planmäßige Zucht erhalten und
verbessert.
Der Tölt
Der Tölt ist eine gelaufene Gangart im Viertakt. In
dieser Gangart fußt das Pferd auf, wie im Schritt, d.h. hinten links -
vorne links - hinten rechts - vorne rechts. Erst durch die Phasenfolge
lässt sich der Schritt vom Tölt unterscheiden. Anstatt der Zwei-
und Dreibeinstützen kommen im Tölt nur noch Ein- und
Zweibeinstützen vor. Da sich jedes Pferdebein i einer unterschiedlichen
Bewegungsphase befindet, ergibt sich ein fließender,
erschütterungsfreier Bewegungsablauf im Viertakt, der für den Reiter
sehr angenehm ist. Ein guter Tölter sollte diese Gangart taktsicher vom
Schritt-Tempo bis zum Galopp-Tempo beherrschen.
Der Rennpass
Der Rennpass ist eine gesprungene Gangart im Zweitakt. In dieser Gangart
springt das Pferd von einem gleichseitigen Beinpaar auf das andere. Im
Rennpass kann ohne Weiteres eine Geschwindigkeit von bis zu 45 km/h erreicht
werden, jedoch wird diese Gangart nur auf kurzen Strecken geritten.
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